Was tun gegen Wadenkrämpfe? Die Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Was tun gegen Wadenkrämpfe? Die Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Bei nächtlichen Wadenkrämpfen ist schnelle Hilfe gefragt. Auch wenn derartige Krämpfe an sich in der Regel nicht gefährlich sind, so sind die Schmerzen häufig doch sehr stark und natürlich ist dann auch an Schlaf kaum noch zu denken.

Doch was hilft gegen Wadenkrämpfe? Im ersten Schritt sollten einige Akut-Maßnahmen durchgeführt werden, die den Krampf lösen können und so helfen können, den Krampf schneller zu überstehen.

Was Sie akut selbst bei einem Krampf tun können, lesen Sie hier.

Noch anschaulicher wird´s bei unserer Video-Anleitung zum Thema „Was tun gegen Krämpfe?“

Bei Krampfneigung kann es zudem hilfreich sein, geeignete Präparate aus der Apotheke einzunehmen, die sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen geeignet sein. Die Hauptakteure im Zusammenhang mit Wadenkrämpfen sind Magnesium und Chinin (bzw. Chininsulfat).

Magnesium: Bei Wadenkrämpfen immer sinnvoll?

Magnesium galt lange Zeit als Allzweckwaffe gegen nächtliche Wadenkrämpfe. Tatsächlich ist Erfahrungsberichten zufolge, Magnesium durchaus hilfreich, manche Wadenkrämpfe zu lindern bzw. Wadenkrämpfen vorzubeugen – auch wenn aussagekräftige Studiendaten hier fehlen. Allerdings: Nicht alle Krämpfe sind tatsächlich durch einen Magnesiummangel bedingt. Wenn man sich die Ursachen von Krämpfen ansieht, spielen zum Beispiel auch Schlafmangel, Fußfehlstellungen oder ein Flüssigkeitsmangel eine wichtige Rolle. Insofern kann die Gabe von Magnesium (ca. 400 mg am Tag) zwar bei Krämpfen, die durch Magnesiummangel bedingt sind, durchaus sinnvoll sein, Menschen mit andersartig bedingten Krämpfen allerdings profitieren hier nicht von der Behandlung. Und welcher Patient weiß schon immer, was im konkreten Fall den Krampf auslöst. Hier ist eine Behandlung gefragt, die den Krampf unabhängig von der Ursache löst.

Krämpfe: Chinin hilft unabhängig von der Ursache

Egal was den Krampf letzten Endes auslöst – im Körper läuft bei einem Muskelkrampf immer dasselbe Schema ab: Die Nerven senden übermäßig viele Impulse zur Kontraktion an den Muskel, ganz unabhängig von einem Befehl zur Muskelkontraktion, der normalerweise von unserem Gehirn ausgeht. Der Naturstoff Chininsulfat, die pharmazeutische Zubereitung von Chinin, das aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen wird, greift genau in diesen Mechanismus ein und ist entsprechend in der Lage, Krämpfe unabhängig vom Auslöser zu bekämpfen bzw. vorzubeugen.

Denn Chininsulfat reduziert über die Hemmung des Botenstoffs Acetylcholin die Intensität der Reize, die letzten Endes am Muskel ankommen. Die Erregbarkeit des Muskels wird auf Basis dieser Hemmung der neuromuskulären Reizübertragung reduziert. Die Nervenreize werden also nicht mehr zu einhundert Prozent auf den Muskel übertragen, die Krampfbereitschaft des Muskels nimmt ab. Das Fazit: Die Häufigkeit und die Schmerzintensität von nächtlichen Wadenkrämpfen reduzieren sich. Schon nach der ersten Einnahme wird ein entspannender Effekt auf die betroffenen Muskelregionen spürbar.

Um Wadenkrämpfen vorzubeugen, wird empfohlen vor dem Zubettgehen 200 – 400 mg Chinin einzunehmen. Chininsulfat ist in Tablettenform in der Apotheke erhältlich. Beachten Sie zur Einnahme die Hinweise in der Packungsbeilage und fragen Sie auch Ihren Arzt oder Apotheker.

Was Sie weiterhin tun können, damit Wadenkrämpfe gar nicht erst entstehen, sehen Sie hier.

Animation: Hintergrundinformationen über Krämpfe und die Wirkweise von Chininsulfat

Durchblutungsfördernde Salben zur Unterstützung bei Wadenkrämpfen

Alle Maßnahmen, die jetzt die Durchblutung fördern, können bei Wadenkrämpfen ergänzend eingesetzt werden. Das kann einerseits eine Wärmflasche sein, die man sich unter die Beine legt, aber auch spezielle durchblutungsfördernde Salben, zum Beispiel auf Basis von Arnika oder Trauma-Beinwell. Auch der altbekannte Franzbranntwein kann bei Wadenkrämpfen Linderung verschaffen.

zurück nach oben